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Die kosmische Fledermaus
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Oberfläche : Matt
Beschreibung
Eine Fledermaus mit ausgebreiteten Flügeln, erstarrt im Dunkeln. Die Form springt einem ins Auge, doch was Sie hier sehen, ist kein Leuchten: Es ist eine Abwesenheit. LDN 43 ist ein Dunkelnebel, eine Wolke aus Gas und Staub, so kalt und so dicht, dass sie überhaupt nicht strahlt. Sie blockiert das Licht der Sterne dahinter, und das Loch, das sie in den Himmel schneidet, zeichnet das Tier.
Im Zentrum der Fledermaus verraten zwei kleine goldene Flecken, was im Inneren vor sich geht. Der größere wird von RNO 91 beleuchtet, einem Protostern: ein Stern in Entstehung, noch in seinem Kokon vergraben, den kein Teleskop direkt sieht. Er fusioniert noch keinen Wasserstoff und leuchtet allein durch seine eigene Kontraktion. Sein Licht entweicht durch die Höhle, die er durch ausströmendes Gas gegraben hat, und was wir aufleuchten sehen, sind die Wände dieser Höhle, zweigeteilt durch die Kante seiner Staubscheibe. Der kleinere Fleck daneben gehört zu RNO 90, einem etwas älteren Stern von 2 bis 6 Millionen Jahren, bereits aus seinem Kokon heraus und von einer Scheibe umgeben, in der womöglich Planeten entstehen.
Das interessanteste Objekt dieser Wolke ist jedoch jenes, das keine Aufnahme je zeigen wird. Zwischen den beiden Sternen verbirgt sich ein sternloser Kern: die dichteste und kälteste Region der Wolke, im sichtbaren Licht völlig unsichtbar, nur mit Teleskopen im Submillimeterbereich nachweisbar, weit jenseits des Roten. Seine Masse liegt über der Schwelle, ab der die Schwerkraft über alles andere siegt: Er kollabiert vermutlich bereits, und doch ist dort noch kein Stern geboren. Dieses eine Bild vereint somit die drei Lebensalter einer Sterngeburt: den Kern, der noch nicht begonnen hat, den vergrabenen Protostern und den jungen, bereits befreiten Stern.
Ein Wort zur Entfernung, denn sie verdient einen genaueren Blick. Die meisten Aufnahmen dieses Objekts nennen 1.400 Lichtjahre. Messungen des Gaia-Satelliten und die veröffentlichten Arbeiten zu dieser Wolke ergeben eher 400 Lichtjahre, innerhalb des Ophiuchus-Komplexes. Der Unterschied ist keine Nebensache: Er dritteln die tatsächliche Größe der Fledermaus, die dann wenige Lichtjahre misst und nicht zwölf. Und schließlich: Der kleine längliche Fleck unten im Bild, direkt neben einem orangen Stern, ist eine Galaxie, LEDA 3868080, in 360 Millionen Lichtjahren Entfernung. Etwa 900.000 Mal weiter weg als die Wolke in der Bildmitte.
Technische Details
- Ort :
- Rockwood, Texas, USA (Starfront Observatories)
- Datum :
- 22/06 + 07-08/07/2026
- Himmelskoordinaten :
- RA : 16h 34m 49s
Dec : -15° 51′ 44″ - Aufnahme :
- 88 x 240s (5h52m)
- Kalibrierung :
- Offsets + Flats
- Montierung :
- ZWO AM5
- Optik :
- Celestron Rasa 8
- Kamera :
- ZWO ASI2600MC PRO
- Filter :
- Antlia V-Pro Luminance 2"
- Entfernung :
- 400 Lichtjahre
- Sternbild :
- Ophiuchus