Emissionsnebel, Wolf-Rayet-Stern · Canis Major

Delphin-Kopf-Nebel

Sh2-308 · Sharpless 308 · RCW 11 · LBN 1052

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Beschreibung

Im Sternbild Großer Hund, etwa 4.500 Lichtjahre entfernt, dehnt sich eine riesige Blase lautlos im Raum aus. Man hat sie Delphinkopf (Sh2-308) genannt, und sie ist das Werk eines einzigen Sterns, einer der seltensten und heftigsten unserer Galaxie.

In ihrem Zentrum wacht EZ Canis Majoris, ein Wolf-Rayet-Stern: ein gewaltiger Stern dicht vor seinem Ende. Vor etwa 70.000 Jahren begann er, seine äußeren Schichten abzustoßen, und er bläst heute einen Wind so schnell, fast 1.700 Kilometer pro Sekunde, dass dieser die früher freigesetzte Materie zusammenfegt und zu einer Blase von 60 Lichtjahren Breite aufbläht, etwas größer als der Vollmond am Himmel. Diese Hülle leuchtet vor allem im Licht des Sauerstoffs, was ihr den blaugrünen Farbton und die Delphingestalt verleiht.

Sie hat auch eine Seltenheit vorzuweisen: sie ist eine von nur zwei bekannten Blasen dieser Art, die Röntgenstrahlung aussenden, zusammen mit dem Halbmondnebel. Was den Stern betrifft, sein Schicksal ist besiegelt: er wird als Supernova enden, im Maßstab der astronomischen Zeit.

Doch der Delphin ist nicht allein im Feld. Direkt neben der Blase erstreckt sich Sh2-303, eine ausgedehnte Wasserstoffwolke, deren glühende Filamente an ein Korallenriff erinnern. Die Nähe ist kein Zufall: auch diese Wolke wird teils von der Strahlung von EZ Canis Majoris angeregt, jenem Stern, der den Delphinkopf blies. Wo die Blase in blaugrünem Sauerstoff glüht, lodert das Riff im Rot des Wasserstoffs.

Sh2-303: die als „Korallenriff“ bezeichnete Wasserstoffwolke, teils angeregt von EZ Canis Majoris, dem Stern, der den Delfin blies.
Sh2-303: die als „Korallenriff“ bezeichnete Wasserstoffwolke, teils angeregt von EZ Canis Majoris, dem Stern, der den Delfin blies.

Das Feld birgt noch zwei planetarische Nebel, jene Gasschalen, die von weit bescheideneren Sternen am Ende ihres Lebens ausgehaucht werden. Der größere, MPA J0656-2356, zeichnet einen breiten, schwachen Ring von fast 170 Bogensekunden, an den unteren Rand der Blase gelegt. Der zweite, PK233-10.1, ist winzig: ein kleines blaugrünes Scheibchen, das man für einen Stern halten könnte, wären da nicht seine Farbe und der Stern, den man hindurchschimmern sieht.

MPA J0656-2356: ein breiter Gasring (fast 170″), ausgehaucht von einem sterbenden Stern, am Rand der Blase.
MPA J0656-2356: ein breiter Gasring (fast 170″), ausgehaucht von einem sterbenden Stern, am Rand der Blase.
PK233-10.1: ein winziger blaugrüner planetarischer Nebel.
PK233-10.1: ein winziger blaugrüner planetarischer Nebel.

Das Ganze ist so lichtschwach, dass es spezielle Filter und lange Belichtungen brauchte, um es dem texanischen Himmel abzuringen, in zwei zusammengesetzten Feldern. Die AstroBin-Schaltfläche, unter dem Bild, lässt dich das Feld in voller Auflösung erkunden.

Technische Details

Ort :
Rockwood, Texas, USA (Starfront Observatories)
Datum :
23-26/02/2026 + 11-13/03/2026
Himmelskoordinaten :
RA: 06h 53m 53s
Dec: -23° 14' 32"
Aufnahme :
401 x 90s (10h 01m)
Kalibrierung :
Offsets + Flats
Montierung :
ZWO AM5
Optik :
Celestron Rasa 8
Kamera :
ZWO ASI2600MC PRO
Filter :
IDAS NBZ-II
Entfernung :
4530 Lichtjahre
Sternbild :
Canis Major